Reisebericht Costa Rica 1994

  Home

  Reiseberichte

      Australien 2019

      Florida 2017

      Costa Rica 2015

      Südafrika 2013

      Australien 2011

      West-USA 2005

      Australien 2002

      Australien 1996

      Costa Rica 1994


Tortuguero

Der folgende Reisebericht enthält Auszüge aus dem Tagebuch von Nadine & Christoph Maggi.

cr-flag
58. Tag, So. den 4. September
Um 5 Uhr 30 wurden wir telefonisch geweckt. Um 6 Uhr 10 wartete ein kleiner Bus vor dem Hotel, der uns zum Car in der Stadtmitte brachte, wo schon andere Leute warteten. Einige Minuten später stiegen wir in den Car und fuhren ab. Unsere Reise führte über Guapiles nach Siquirres. Auf dieser Strecke durchquerten wir den Nationalpark Braulio Carillo. Etwa um 8 Uhr hielten wir bei einem Restaurant, bei welchem uns ein costaricanisches Frühstück serviert wurde. Danach fuhren wir weiter Richtung Siquirres. Unterwegs erklärte unser Reiseleiter interessante Dinge über Land und Leute. Wir sahen die Gleise des Dschungelzuges, der wegen des Erdbebens von 1991 nur noch für Touristen durch die Bananenplantagen nach Limon fährt. Bei Siquirres verliessen wir die Hauptstrasse und fuhren auf einer unasphaltierten Strasse weiter. Die Strasse führte durch eine riesige Bananenplantage. Diese Bananen kommen als Del Monte oder als Chiquita-Bananen nach Europa.
cr-29 cr-30
Wir kamen auf der schlechten Strasse nur sehr langsam vorwärts. Dies war aber gut so, denn plötzlich entdeckte jemand ein Faultier. Der Car hielt an und wir stiegen aus. Gleich neben der Strasse in einem kleinen Baum sass das Faultier. Aus einer Entfernung von nur 1m konnten wir das haarige Geschöpf betrachten. Wir fuhren noch etwa 15 Minuten und kamen dann an den Rio Pacuare bei Manila. Dort ging es mit dem Boot weiter. Etwa eine Stunde fuhren wir auf dem Fluss, der zwischendurch ganz eng war und dann wieder breiter wurde. Um 12 Uhr gingen wir bei der Parismina Tarpon Rancho an Land. Wir assen zu Mittag und konnten unser Zimmer beziehen. Am Nachmittag machten wir einen kleinen Rundgang durch das Dorf Parismina. Unser Führer zeigte uns einen Riesenkäfer, den er von einem Baum nahm. Er zeigte uns auch zwei giftige, rotblaue Baumsteigerfrösche, die er für uns holte. Die beiden Frösche waren sehr klein, der eine etwa 2cm und der andere nur etwa 1cm. Um 18 Uhr 30 wurde uns das Abendessen serviert. Es wurden verschiedene Schüsseln und Teller mit Esswaren auf den Tisch gestellt. Es gab Fleisch, Kartoffeln, Reis, Bohnen und Salat. Man konnte sich selber bedienen und essen bis man satt war. Zum Dessert gab es noch ein Cake mit Limonencreme.
cr-32 cr-37
Nach dem Essen wurden wir auf die bevorstehende Tour zu den Schildkröten vorbereitet. Das Wichtigste war, dass wir nur Fotoapparate ohne Blitzlicht oder solche, bei denen das Blitzlicht ausgeschaltet werden kann, mitnehmen durften. Wenn jemand das Blitzlicht verwenden würde, so werde dies mit einer Geldbusse und einem Tag Gefängnis bestraft. Da Christoph bei seiner Kamera den Blitz ausschalten konnte, nahm er sie mit. Etwa um 19 Uhr 30 fuhren wir mit dem Boot ab. Es war völlig finster. Zwar hatte der Bootsführer eine gute Lampe, mit der er ab und zu in die Nacht leuchtete, doch musste er den Weg schon sehr genau kennen, denn wir fuhren sehr schnell.
cr-33 Durch den Fahrtwind war es recht kalt. Wir hatten noch einen Regenschutz bekommen, den wir auf dem Boot als Windschutz gut gebrauchen konnten. Nach einer Bootsfahrt von etwa 20 Minuten, legten wir in der Nähe des Strandes an. Danach gingen wir noch etwa 15 Minuten zu Fuss am Strand entlang. Es war sehr dunkel und nur unser Führer hatte eine Lampe. Deshalb musste unsere Gruppe (8 Leute) immer zusammen bleiben. Nach einer Weile wechselte unser Führer sein weisses Licht in ein rotgrünes, damit die Schildkröten, die eventuell in unserer Nähe sein könnten, nicht erschreckt würden. Der Führer sagte uns, wir sollen jetzt hier warten, er werde sich nun umsehen. Wir mussten uns in den Sand setzen und absolut ruhig sein, denn die Schildkröten könnten uns sonst bemerken und wieder im Meer verschwinden. Nach etwa 20 Minuten kam unser Führer zurück und meldete, er habe eine Schildkröte gefunden, die gerade am Graben des Nestes sei.
Wir mussten noch weitere 20 Minuten warten und wurden dann zu ihr geführt. Wir konnten zusehen, wie das Tier gerade die Eier legte. Der Führer beleuchtete ganz schwach den hinteren Teil der Schildkröte, so dass wir sehen konnten, wie Ei für Ei ins Nest plumpste. Ein Foto zu machen, hätte bei dieser schwachen Beleuchtung keinen Sinn gehabt. Nach dem die Schildkröte mit dem Legen fertig war, deckte sie die Eier mit Sand zu. Wir wollten sie dabei nicht länger stören und machten uns auf den Rückweg. Wir sahen noch zwei weitere Schildkröten wovon eine am Graben ihres Nestes war und die andere gerade im Meer verschwand. Bei den Tieren, die wir gesehen hatten, handelte es sich um die grüne Riesenschildkröte (Länge ca.1.5m, Breite ca.0.8m). Wir hatten Glück gehabt, dass es nicht regnete. Auch, dass wir Schildkröten gesehen hatten, war nicht selbstverständlich, da die Lege-Saison im September zu Ende geht.

59. Tag, Mo. den 5. September
Schon um 8 Uhr waren wir beim Frühstück, welches uns überaus sättigte. Um 9 Uhr sollte unsere Ganztagestour starten, wobei sich herausstellte, dass wir die einzigen waren, die drei Tage gebucht hatten. So befanden wir uns mit dem Führer allein in einem 5-Plätzerboot. Die anderen machten nur eine kurze Bootsfahrt um danach wieder nach San José zurückzufahren. Schon nach kurzer Zeit sahen wir im Schilf einen Kaiman (kleines Krokodil). Er sass bewegungslos da und starrte ins Leere. Die Fahrt auf dem braunfarbenen Wasser ging weiter bis wir zum Anfang des Nationalparks kamen. Hier wechselte die Wasserfarbe auf schwarz, weil es keine Durchmischung mehr mit dem Meerwasser gab.
cr-34
Wir legten bei einer Rangerstation an und gingen an Land. Auf einem Baum in der Nähe unseres Bootes hatte sich ein Waschbär versteckt. Man sah nur den Kopf, der neugierig zwischen einer Astgabel hervorguckte.
Unser Bootsführer machte mit uns einen kleinen Dschungelrundgang. Wir sahen ein paar Affen, hörten Vögel zwitschern und bemerkten den Unterschied dieser Vegetation gegenüber anderen Urwäldern. Es gab hier vielmehr kleine Pflanzen und auch viele Wasserpalmen, die eine etwa 2m hohe Urwaldschicht bildeten. Weiter hinauf reichten dann wieder die grossen Bäume, Lianen und andere Pflanzen. Nach unserem Rundgang auf äusserst schlammigem Boden, fuhren wir weiter nach Tortuguero. Etwa nach 15 Minuten begann es heftig zu regnen. Unser Führer gab uns einen Regenschutz, der uns vor dem ärgsten Nass schützen sollte. Das Dach des Bootes war gar nicht nützlich, denn der Regen prasselte von vorne direkt auf uns. Nach einer Fahrt von insgesamt 1.5 Stunden kamen wir trotz Regenschutz nass in Tortuguero an. Wir wollten unbedingt endlich ans Trockene und so fragte Nadine, ob sie sich irgendwo umziehen könne. Der Führer brachte uns zu einem Souvenirladen, in dem es einen kleinen Raum mit WC hatte. Dort konnten wir unsere trockenen Kleider, die wir zum Glück dabei hatten, anziehen. Zu Mittag assen wir unseren Lunch gerade in diesem Souvenirladen. Christoph kaufte noch etwas zu trinken, da unser Führer die Getränke vergessen hatte. Wir kauften noch zwei Sweatshirts, Karten und getrocknete tropische Früchte. Der Führer fragte uns, ob wir noch einen Rundgang durch das Dorf machen wollen. Doch der andauernde, starke Regenfall senkte unsere Neugier beträchtlich und wir wollten zurück nach Parismina.
cr-35 cr-36
Auf der Rückfahrt liess dann der Regen etwas nach und wir konnten uns die Gegend wieder besser anschauen. Wir sahen noch eine Klammeräffin mit ihrem Jungen. Als wir wieder zurück bei unserer Lodge waren, waren gerade neue Leute eingetroffen. Im Gegensatz zu gestern waren es diesmal sehr wenige.

60. Tag, Di. den 6. September
Nach dem Frühstück gingen wir um 9 Uhr auf eine weitere Bootsfahrt. Wir fuhren mit dem gleichen Boot und dem selben Bootsführer wie gestern. Diesmal war aber noch ein Amerikaner mit an Board. Es war ein herrlicher Morgen, denn am Himmel hingen kaum Wolken. Wir fuhren durch ein Flusslabyrinth und genossen die einmalige Landschaft. Die Wedel grosser Königspalmen berührten die Wasseroberfläche und säumten viele Stellen des Flusssystems. Wir fuhren etwa zwei Stunden durch diese grüne Flusslandschaft, bevor wir wieder zurück zu unserer Unterkunft gelangten. Um 11 Uhr 30 assen wir zu Mittag und um 13 Uhr 30 fuhren wir mit dem Boot zurück nach Manila. Dort wartete, weil wir nur wenige Leute waren, ein kleiner Bus auf uns. Mit diesem Bus fuhren wir zurück nach San José. Etwa um 17 Uhr 30 wurden wir beim Hotel Edelweiss abgesetzt.
cr-38

Zurück Anfang Weiter