Reisebericht Costa Rica 1994

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Bahia Drake

Der folgende Reisebericht enthält Auszüge aus dem Tagebuch von Nadine & Christoph Maggi.

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39. Tag, Di. den 16. August
Etwa um 7 Uhr 30 wollten wir im Restaurant des Hotels zu Morgen essen. Da aber das Reisebüro bereits geöffnet hatte, gingen wir dort hin. Wir wurden freundlich empfangen und die Angestellte dort sprach gut englisch, so dass wir uns bestens verständigen konnten. Sie telefonierte für uns, fragte nach der Anreise und konnte uns eine Cabina bei der Albergue Jinetes de Osa reservieren. Um dorthin zu kommen, müsse man mit dem Bus bis nach Palmar Norte, mit dem Taxi nach Sierpe und das letzte Stück mit dem Boot reisen. Der nächste Bus fuhr bereits um 8 Uhr 15 und so beeilten wir uns. Ohne Morgenessen kamen wir an die Bushaltestelle und mussten dort noch etwa 20 Minuten warten, da der Bus erst um 8 Uhr 30 abfuhr. Die Fahrt nach Palmar Norte war sehr angenehm, da wir in einem neuen Bus mit komfortablen Sitzen (verstellbare Lehnen) reisen konnten. Um 11 Uhr fuhren wir mit einem Taxi durch eine riesige Bananenplantage nach Sierpe. Nach einer halbstündigen Holperfahrt kamen wir in dem Dörfchen am Rio Sierpe an. Ein Junge wollte uns die Bootsfahrt zur Drakebucht für CRc.10`000 (SFr.90) andrehen. Er sagte, er hätte ein grosses Boot und billiger könnten wir nicht hinüberfahren. Wir fanden den Preis viel zu hoch, und da er bei seinem Angebot blieb, nahmen wir unser Gepäck und gingen in ein naheliegendes Restaurant. Wir trafen dort einige Touristen, die, wie es der Zufall wollte, auf ihren Bootsführer zur Drakebucht warteten. So fragten wir den Bootsführer, ob noch zwei Plätze frei wären. Er sagte, er hätte gerade noch Platz für uns und es koste 15 Dollar pro Person. Wenige Minuten später sassen wir bereits in einem etwa 5 m langen Motorboot unterwegs zur Bahia Drake. Die wunderschöne, palmenumsäumte Bucht, benannt nach dem Piraten Sir Francis Drake, liegt 18 km nördlich vom Nationalpark Corcovado. Zuerst fuhren wir auf dem Rio Sierpe, der aber schon bald in den langen Meeresarm mündete. Als wir auf das offene Meer hinaus kamen, hatte es riesige Wellen. Der Bootsführer musste das Boot über die Wellen lenken bevor sich diese überschlugen. Dazu musste er entweder die Fahrt beschleunigen oder verlangsamen. 1940 waren an dieser Stelle 50 Menschen ertrunken, was uns der Bootsführer so nebenbei erzählte.
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Damit wir durch das Spritzwasser nicht völlig durchnässt wurden, bekamen wir eine grosse Plastikplache, die wir alle zum Schutz über uns zogen. Nach etwa 1.5 Stunden waren wir am Strand der Cabinas Cocalito. Dort war die Unterkunft der anderen Passagiere. Nadine war es inzwischen durch die ganze Schaukelei schlecht geworden. Während das Gepäck der anderen Leute und einige Lebensmittel ausgeladen wurden, überraschte uns eine riesige Welle, die über das ganze Boot hinweg brach. Wir und unser Gepäck wurden komplett überspült. Bevor wir weiterfahren konnten, mussten wir zuerst das Wasser aus dem Boot schöpfen. Unsere Unterkunft war 2 Bootsminuten von der Cocalitobeach entfernt. Wir hatten dort eine kleine Cabina mit Blick aufs Meer. Das WC und die Dusche befanden sich ausserhalb unserer kleinen Hütte. Essen konnten wir im etwa 50 m entfernten Soda. Da es in der Drakebucht keine Lebensmittel zu kaufen gab, hatten wir die Cabina mit Vollpension gebucht. Wir hatten also drei Mahlzeiten pro Tag und mussten dafür pro Person 30 Dollar bezahlen. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, erkundeten wir die nähere Umgebung. Wir gingen zu den Cabinas Cocalito. Der Weg dorthin führte durch den Dschungel und man musste über eine schaukelnde Hängebrücke gehen. Die Brücke machte nicht mehr den sichersten Eindruck. Zum Teil fehlten Bretter und einige waren lose. Bei den Cabinas Cocalito gab es eine Bar, in der wir einen Deutschen namens Gerhard trafen. Gerhard war ein richtiger "Aussteigertyp", der seit 1983 hier im Urwald lebt. Er sagte uns, dass er morgen mit einigen Leuten eine Tour durch den Urwald zum Rio Claro mache. Wir meldeten uns auch für die Tour an. Als wir zurück zu unserer Cabina kamen, stellten wir fest, dass drei Schweizer ihre Unterkunft in der Nachbarscabina hatten. Sie blieben aber nur noch diese Nacht und gingen am nächsten Morgen zurück nach San José.
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40. Tag, Mi. den 17. August
Um 6 Uhr früh nahmen wir das Frühstück ein. Danach gingen wir zu den Cabinas Cocalito, wo wir etwa um 7 Uhr abmarschierten. Wir wurden von Gerhard durch den Primär- und Sekundärwald geführt. Er zeigte und erklärte uns viele verschiedene Dinge. Nach etwa drei Stunden hatten wir den Rio Claro erreicht. Dort konnten wir im Meer und im Fluss baden. Das Meer war bedeutend wärmer als der Fluss. Dafür waren im Meer die Wellen so gross, dass Nadine es nach zwei Versuchen aufgab hinein zu gelangen. Zurück gingen wir meistens am Strand entlang. Die ganze Tour war recht anstrengend, vorallem weil wir nur ein kleines Sandwich zu Mittag gegessen hatten. Unterwegs hatten wir allerhand gesehen. Nebst der tropischen Vegetation und den traumhaften Buchten, sahen wir noch einige Tiere. Verschiedene Vögel: Kolibri, Schneebussard, Pelikan, Geier, Tukan, Papagei (Ara), Klammer- und Weissschulteraffe und den blauen Monarchen (Riesenschmetterling). Zurück in unserer Cabina nahmen wir zuerst eine Dusche. Zum Abendessen gab es Pouletschenkel mit Reis und sehr schmackhaftem Gemüse. Nach dem Dessert (Quarktorte mit Rosinen) und einem Gespräch mit einer Amerikanerin, gingen wir zu Bett.

41. Tag, Do. den 18. August
Gestern hatten wir etwa 100 m neben den Cabinas Cocalito ein schönes Plätzchen zum Zelten gefunden. Es lag direkt an einer kleinen Bucht auf einer palmenumsäumten Grünfläche. Essen und die sanitären Einrichtungen benutzen, konnten wir bei den Cabinas Cocalito. Heute Morgen ging es nun darum unser Gepäck hinüber zu bringen und das Zelt aufzustellen. Christoph schleppte unsere Rucksäcke von unserer Cabina zu "unserer" kleinen Bucht. Für den Hinweg benötigte er 20 Minuten, wobei noch eine beträchtliche Steigung zu überwinden war. Mit 20 kg am Rücken brauchte man schon eine gute Kondition um den Hinweg zu meistern. Nach zweimal hin und zurück war Christoph recht erschöpft. Dazu kam noch, dass es schon am Morgen sehr heiss war.
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In der Zwischenzeit war Nadine beim Wäschewaschen. Auch sie war nach dem "Schrubben" müde. Wir assen noch bei der Albergue Jinetes de Osa zu Mittag, bezahlten unseren Aufenthalt und gingen danach zu unserem Plätzchen, um das Zelt aufzustellen. Gerade als wir dort ankamen, fing es an zu regnen. So gingen wir mit unserem Gepäck zur Bar bei den Cabinas Cocalito, damit wir nicht nass wurden. Es regnete zum Glück nur kurz, so dass der Boden kaum feucht wurde und wir mit dem Aufstellen unseres Zeltes beginnen konnten. Als wir fertig waren, kam plötzlich ein Amerikaner vorbei und fragte Christoph wie lange wir schon hier seien. Er erklärte ihm, dass dies hier sein Strand wäre und wir sollen am nächsten Tag diesen Platz verlassen. Christoph fragte, ob wir nicht bleiben können, wenn wir etwas bezahlen. Der Amerikaner war damit einverstanden und wollte 2,5 Dollar pro Tag. Das Wichtigste für ihn war, dass wir keinen Abfall da lassen würden. Christoph versicherte ihm dies und der Amerikaner schien zufrieden zu sein.
cr-26 Während des Abendessens regnete es sehr heftig und wir hofften, dass unser Zelt dicht bleiben würde. Als wir hinein gingen um zu schlafen, hatte es aufgehört zu regnen. Das Aussenzelt hatte dafür gesorgt, dass das Innenzelt und unser Gepäck schön trocken blieb. Wenn da nicht die Plastikunterlage gewesen wäre!! Die Unterlage war dafür da, dass der Zeltboden nicht schmutzig wurde. Sie war ein wenig grösser als der Zeltboden, so dass wir den Überschuss unter das Aussenzelt bogen. Wir bogen den Plastiküberschuss aber nach oben und nicht weit genug unter das Aussenzelt. Dies wurde uns zum Verhängnis! An einigen Stellen war nun das Regenwasser vom Aussenzelt auf die Plastikunterlage und von dort unter das Innenzelt gelaufen.
Zwischen der Plastikunterlage und dem Innenzeltboden hatten sich dadurch Wasserpfützen gebildet. Wir bemerkten dies aber erst nach einer gewissen Zeit, als der Zeltboden plötzlich feucht wurde. Nadine saugte das Wasser so gut es ging mit einem Tuch auf. Am nächsten Morgen wollten wir dann die Plastikunterlage wegziehen, in der Hoffnung, dass der Zeltboden dann trocknen würde.

42. Tag, Fr. den 19. August
Wir hatten also nun einen Strand für uns alleine, mit Palmen und einer Rasenfläche. Traumhaft schön, wenn nur dieser Regen nicht gewesen wäre. Die Sonne wollte sich einfach nicht zeigen. Kaum hatten wir die Plastikunterlage zum Trocknen herausgezogen und die Wäsche aufgehängt, begann es wieder in Strömen zu giessen. Dazu kam, dass wir etwas von den Preisen im Cocalito-Restaurant enttäuscht waren. Das Morgenessen kostete 5 Dollar pro Person, der Lunch ebenfalls und das Abendessen 10 Dollar. Nur das Abendessen, mit Vorspeise, Hauptgericht und Dessert wurde dem Preis gerecht. Die anderen Mahlzeiten waren viel zu teuer für das, was es war, z.B. beim Lunch nur ein Sandwich mit Ton. So beschlossen wir am nächsten Tag wieder weiter zu reisen. Wir fragten den Bootsführer, der uns schon hierher gebracht hatte, ob er uns morgen nach Sierpe bringen könnte. Er bejahte, da noch andere Gäste abreisen wollten. So packten wir unsere Rucksäcke schon zum x-ten Male und hofften, dass es endlich mit Regnen aufhören werde. Das tat es dann auch, als es um 18 Uhr dunkel wurde.
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43. Tag, Sa. den 20. August
Der Wecker schrillte um 5 Uhr morgens. Als erstes kontrollierten wir, ob das Zelt nass war, da wir es ja einpacken mussten. Es war leider noch ziemlich feucht, doch wir hatten keine Zeit es noch gut mit einem Lappen zu trocknen. Um 6 Uhr 30 gab es Frühstück und danach ging es los. Es war wieder dasselbe Boot und auch dieses Mal wieder voll besetzt. Nadine fühlte sich nicht ganz wohl, da sie Angst hatte, es werde ihr wieder schlecht von den hohen Wellen. Doch jetzt war zum Glück Ebbe und deshalb waren die Wellen niedrig. Der Bootsführer liess für uns ein Taxi nach Sierpe bestellen, das auch kurz nach unserer Ankunft eintraf. Wir tranken noch etwas im Restaurant und liessen unsere feuchten Sachen, wie das Zelt und einige Kleider, an der jetzt brennenden Sonne trocknen. Das Taxi war ein normaler Geländewagen und zu unserer Überraschung sprach der Chauffeur fehlerfrei Deutsch. Er erzählte uns auf dem Weg nach Palmar, dass er schon 13 Jahre hier lebe und mit Gerhard hergekommen sei. Dieser wäre aber wieder nach Deutschland gegangen, um ein Jahr später dann doch wieder nach Costa Rica in den Urwald zurückzukehren.

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