Reisebericht Australien 1996

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Mataranka & Devils Marbles

Der folgende Reisebericht enthält Auszüge aus dem Tagebuch von Nadine & Christoph Maggi.

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9. Tag, Montag den 8. Juli
Wir fuhren am Morgen ab Richtung Mataranka. Unterwegs besuchten wir die Cutta Cutta Caves. Gerade noch rechtzeitig kamen wir bei der Höhle für die 10 Uhr-Führung an. Es war eine Tropfsteinhöhle, welche für eine Länge von 400 m für Besucher freigegeben war. In dieser Höhle leben Schlangen und Fledermäuse. Wir sahen aber keine der beiden Arten. Die Fledermäuse befinden sich im unzugänglichen Teil der Höhle. Es gibt drei verschiedene Arten :
- Geisterfledermaus (grösste Fledermaus überhaupt, Flügelspannweite 60cm)
- Orange-Shu-Fledermaus
- Vampir (Fleischfresser)
Jeden Abend beim Einbruch der Dunkelheit fliegen sie alle aus der Höhle und gehen auf die Jagd.
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Nach der Höhlenbesichtigung fuhren wir nach Mataranka zum Zeltplatz Mataranka Homestead. Das Mittagessen nahmen wir beim Fluss Roper River an einem lauschigen Plätzchen ein.
In allen Gewässern Nord-Australiens leben Krokodile. Es wurde überall darauf hingewiesen. Manchmal stand auf Warnschildern: "Don`t risk your life", dann waren meist Salzwasserkrokodile im Gewässer. Bei diesem Fluss stand auf dem Schild, dass hier Süsswasserkrokodile vorkommen, welche aber sehr scheu sind. Nadine hatte aber trotzdem einige Ängste und Vorbehalte sich ins Wasser zu wagen. Doch die Lust auf eine Abkühlung war dann schliesslich grösser. So badeten und relaxten wir dort eine ganze Weile.
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Am Nachmittag machten wir eine Wanderung zu den Mataranka-Falls. Der Hinweg war 5.5 km lang. Es waren ganz kleine verschiedene Wasserfälle, welche in verschiedene Becken flossen. In einem solchen Becken nahmen wir ein kurzes Bad. Bevor wir den Rückweg antraten gab es noch eine kleine Stärkung.
Wieder bei unserem Auto zurück waren wir recht Müde von der insgesamt 11 km langen Wanderung. Zum Abendessen kochten wir Gemüsereis, welchen wir noch mit einer Büchse Bohnen aufwerteten.

10. Tag, Dienstag den 9. Juli
In der Nacht wurde es schon recht kalt und am Morgen dann recht frisch. Wir wollten nach dem Frühstück zu der Thermalquelle, um dort zu baden. Wir froren zusehends, bis wir durch den Palmenwald endlich den Thermalpool erreichten. Das Wasser dampfte und liess auf eine hohe Temperatur schliessen. Wir stiegen hinein. War das eine Wohltat ! Wir blieben sicher eine Stunde lang im Wasser und wollten gar nicht mehr in die Kälte hinaus, denn es war erst 8 Uhr 30. Nadine schaffte es als Erste aus dem Wasser und zog sich schnell an. Christoph wollte noch im nahe gelegenen ebenfalls warmen Fluss baden. Er machte einen Spurt und Nadine fand ihn fröhlich grinsend im Wasser. Die Temperatur von 34,5 ° C. wird hier durch eine unterirdische Quelle erreicht.
Leider war es nun an der Zeit weiterzufahren und zwar nach Tennant Creek, das sich 546 km südlich von Mataranka befindet. Auf der langen Fahrt sahen wir immer wieder tote Kängurus am Strassenrand. Zwischen gerade getöteten und schon längst vertrockneten, von welchen nur noch Fell und Skelett übrig war, war alles vertreten. Die in der Nacht getöteten Kängurus bleiben meist am Strassenrand, manchmal auch mitten auf der Strasse liegen. Am nächsten Morgen sind sie dann für die Raubvögel ein gefundenes Fressen. Zum Teil gab es Warnschilder, welche auf Kängurus, Vieh oder Pferde aufmerksam machten. Gefährlich ist es aber in der Nacht, denn vor allem Kängurus springen ins Licht der Scheinwerfer und werden deshalb angefahren.

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Wir kamen etwa um 17 Uhr in Tennant Creek an und fuhren zum Outback Caravan Park. Dort buchten wir für zwei Übernachtungen und auch noch eine Tour, die am nächsten Abend stattfinden sollte.

11. Tag, Mittwoch den 10. Juli
Heute war wieder einmal ein Grosseinkauf fällig. Wir fuhren in das Zentrum von Tennant Creek und gingen in einen Supermarkt.
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Wie überall im nördlichen Teil Australiens trifft man in den Strassen auf die Ureinwohner (Aboriginals). Sie sehen etwas verwildert aus, haben dunkle Haut, struppige Haare und tragen schmutzige Kleidung. In ihrer Gangart und Gestik ähneln sie sehr den Affenmenschen aus der Urzeit. Die weissen Einwanderer haben sie dazu gebracht die europäische bzw. die britische Lebensweise anzunehmen, die ihnen gar nicht entspricht.
Nachdem wir bei der Old Stamps Battery vergeblich auf eine Tour gehofft hatten, fuhren wir zu einem Aussichtspunkt auf einem Hügel. au28_1
Danach wollten wir Gold suchen. Wir fuhren zur Wapok-Mine und fragten dort nach dem Gebiet, das für das Goldsuchen öffentlich zugänglich war. Wir hatten die Wegweisung nicht genau verstanden und zudem war nirgends etwas angeschrieben, so dass wir nicht motiviert waren eine grosse Suchaktion durchzuführen. So landeten wir schliesslich am Mary-Ann-Damm, bei dem wir am Ufer des Stausees picknickten. Wieder einmal wurden wir von den lästigen australischen Fliegen gestört bzw. genervt. Nach zweimaligem Einstreichen von "Antibrumm" waren wir sie zum Glück grösstenteils los.
Nun fuhren wir zu den Pebbles. Dies sind kleinere Devils Marbles in der Nähe von Tennant Creek. Um 19 Uhr holte uns ein Bus bei unserem Campingplatz ab, um uns und andere Touristen zu der Dot-Mine zu fahren.
Dort wurden wir von einem freundlichen, älteren Mann begrüsst, welcher uns an einem Lagerfeuer die Geschichte der Mine, die Entwicklung der Goldgräberzeit und seine Lebensgeschichte erzählte. Danach durften wir den Minenstollen, ausgerüstet mit Helm und Taschenlampe, besichtigen. Es war sehr eindrücklich wie hart die Goldgräber früher mit einfachen Werkzeugen ( Hammer und Meissel ), gearbeitet hatten.
Bevor der Bus uns wieder zurück brachte, kochte der alte Mann ( Eigentümer der Mine ) einen Tee und erzählte uns noch einige Dinge über die Entstehung von Tennant Creek. Wenn man ihm so zuhörte, fühlte man sich in die Goldgräberzeit zurückversetzt ( 1930-1940 ). Das Lagerfeuer und der Sternenhimmel verstärkten diesen Eindruck noch.
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12. Tag, Donnerstag den 11. Juli
Am Morgen fuhren wir zu den 120 km weiter südlich gelegenen Devils Marbles. Der Anblick war einmalig. Die Grösse und die Lage der Steinkugeln war beeindruckend.
Wir hatten noch 400 km vor uns bis nach Alice Springs. Bei dem kleinen Örtchen Ti Tree assen wir zu Mittag. Nachdem Christoph den grössten Teil der Strecke gefahren war, setzte sich Nadine ans Steuer. Sie war immer sehr stolz, wenn ihr Gruss von den entgegenkommenden Fahrern eines Campers erwidert wurde, oder diese zuerst grüssten.
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Etwa um 15 Uhr 30 kamen wir in Alice Springs an. Wir mussten feststellen, dass unüblicherweise viele Campingplätze schon ausgebucht waren. Beim Campingplatz "G' Day Mate" wurde uns freundlicherweise ein Abstellplatz mit separatem WC und Dusche zur Verfügung gestellt. Da wir in der nächsten Zeit keine Gelegenheit mehr sahen unsere Kleider waschen zu können, taten wir dies jetzt. Wir wollten auf die teuren Waschmaschinen verzichten und so schrubbte Nadine die Kleider und Christoph hängte danach die Wäsche zum Trocknen auf. Nun fuhren wir in die Stadt zu einem Tourist-Info. Dort bekamen wir wichtige Informationen und kauften eine Karte sowie die Zulassung für das Befahren einer Strasse durch Aboriginal-Gebiet.
Wir entdeckten ein Pizza-Hut-Restaurant und bekamen Lust auf eine Pizza. Wir konnten dort für den Preis von 9.95 A$ pro Person so viel Pizza, Teigwaren, Salat usw. essen, wie wir wollten. Es war Selbstbedienung und man konnte den Teller immer wieder neu auffüllen.
Wieder zurück beim Campingplatz, mussten wir feststellen, dass unsere Wäsche noch ganz feucht war. Deshalb benutzten wir eine Trocknungsmaschine, die aber zwei Durchgänge benötigte.

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